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„Du bist echt ätzend!“




Kategorie: Eltern


Wenn Teenager von ihren Eltern die Erlaubnis für Unternehmungen oder Verabredungen „überfallartig“ in Situationen, in denen die oft unkonzentriert und gestresst sind, einfordern, gibt es häufig „Krach“ in den Familien. Mutter oder Vater lehnen die Wünsche ihrer Kinder meist ab, weil sie im „falschen“ Moment um etwas gebeten wurden oder erlauben etwas, ohne klare Regeln abzusprechen, was Teenager manchmal ausnutzen und Eltern später bereuen.  In Teil 1 der vorigen Folge wollte der 14jährige Florian bis 24 Uhr auf eine Fete gehen.

Die jetzt folgenden Schritte können Eltern helfen, z.B. neue Situationen zu planen und vorzubereiten.

 

Vorbereiten und Vorausplanen

Überlegen, ob es hilfreich ist, sich weitere Informationen  zu besorgen, bevor man sich mit seinem Kind hinsetzt und plant. Wie sind die Fahrzeiten- und strecken von öffentlichen Verkehrs-mitteln, gibt es Fahr-gemeinschaft mit Anderen, wie ist die Erreichbarkeit von Kinos und Laufzeiten der Filme, Telefonnum-mern von Taxiunter-nehmen oder anderen Eltern. Auch wenn Eltern bereits informiert sind, sollten sie ihre Kinder auffordern, sich die nötigen Infos selbst zu besorgen. Jugendliche sollen lernen, selbst Verantwortung zu übernehmen.

 

Mit dem Teenager über Risiken

und Bedenken sprechen

Das Kind soll nachvollziehen können, welche Bedenken Eltern haben und welche Risiken vermindert oder vermieden werden sollen. Immer zu einer Zeit miteinander sprechen, in der alle in Ruhe miteinander reden können! Eltern sollen dem Teenager erklären, warum sie besorgt sind, wenn er abends ins Kino oder auf eine Party geht (Alkohol, Drogen, Gewalt, Sex). Eltern sollten erklären, dass sie bereit sind, eine Unternehmung zu erlauben, wenn sie sicher sein können, dass der Jugendliche nicht in Schwierigkeiten geraten wird, und dass sie gemeinsam mit ihm ein paar Regeln absprechen möchten, an die das Kind sich halten muss. Oft meinen Jugendliche dann, dass die Bedenken völlig unbegründet sind und dass die Eltern total überreagieren.  Doch es ist die Aufgabe des Teenagers seinen Eltern zu beweisen, dass dies wirklich so ist. Eltern müssen darauf bestehen, dass ihre Bedenken ernst genommen werden.

 

Festlegen von Regeln und Strategien,

um Risiken zu vermindern

Die Regeln sollen Details enthalten wie z.B. wann er zu Hause sein muss oder was zu tun ist, wenn etwas Unerwartetes passiert. Der letzte Bus/die letzte Bahn wurde verpasst oder das Geld wurde verloren. Eltern sollten wirklich damit zufrieden sein, wie der Jugendliche plant, mit möglichen Risiken umzugehen, auch wenn er wahrscheinlich anfänglich protestiert und behauptet, dass ihm so etwas nie zustoßen würde. Vielleicht will das Kind unter diesen Bedingungen die Unternehmung nicht mehr. Vielleicht wird es die Regeln dann beim nächsten Mal akzeptieren. Kurz bevor die Unternehmung beginnt, sollten Eltern ihren Jugendlichen die Regeln noch einmal wiederholen lassen: „Was haben wir ausgemacht, was Du nach dem Kino machen sollst? Was haben wir besprochen, was Du machst, wenn jemand anfängt Drogen zu nehmen?“

In Teil 3 geht es um die Nachbesprechung einer Unternehmung, die Konsequenzen sowie das Belohnen von angemessenem Verhalten.        Gabriele Henning

 

Informationen:

Elterntrainings -  TripleP für Eltern

von Teenagern - unter Leitung von

Gabriele Henning gibt es u.a. in der Familienbildungsstätte Blankenese, Anmeldung unter Tel. 86 05 48 und unter www.fbs-blankenese.de

und der Erziehungshilfe Rahlstedt, Tel. 6720110; nächster Kurs dort am 30. 5. 2007.

Infos über TripleP-Trainings und Arbeitsmaterialien: PAG Institut für Psychologie AG, 48149 Münster, Tel. 0251-518941, www.triplep.de

 

Hinweis: Die Tipps wurden dem „Teen TripleP Gruppenarbeitsbuch“ - einem Begleitbuch zum Elterngruppentraining - entnommen.








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